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Recherche

Recherche ist das A und O journalistischen Arbeitens. Dies beginnt bei der Suche nach Themen und setzt sich in deren redaktionellen Aufbereitung fort.

1) Themensuche:

Generell gilt: Augen und Ohren offen halten ! Wer viel mit Menschen redet, seine Umwelt beobachtet, regelmäßig die Medien verfolgt und zudem den Gang in Archive und Bibliotheken nicht scheut, hat gute Chancen, immer wieder über interessante Themen zu stolpern.

Journalistische Primärquellen sind:

  • Medien allgemein (Print, Rundfunk, Internet)
  • Agenturen und Pressestellen
  • Amtliche Quellen (Behörden, Ministerien, Verbände, Institute, Organisationen etc.)
  • Events (Kongresse, Konferenzen, Ausstellungen etc.)
  • Interviews mit Fachleuten (Experten, Politiker, Künstler, Betroffene, Augenzeugen etc.)
  • Archive, Bibliotheken

Sämtliche Anregungen von außen sind hilfreich bei der Themensuche. Dies können auch Anregungen von HörerInnen, FreundInnen und Bekannten, die auf bestimmte Themen hinweisen, sein. Auch bewährt hat sich die Kenntnisnahme von Newslettern, Pressemitteilungen, Einladungen zu Veranstaltungen oder Gedenktage-Kalendern.

2) Recherche am Thema:

Folgende Dinge sind zu beachten:

  • Was ist dran an einem Thema? Stimmt das, was anderswo behauptet wird?
    Hierfür muss man sich selber in das Themen einarbeiten. Nur wenn man Hintergundinformationen hat, kann man gezielt weiterrecherchieren.
  • Wo bekomme ich weiterführende Informationen zu einem Thema?
    Nun gilt es, weiter in Medienberichten, im Internet, in Statistiken und Archiven zu recherchieren.
    Speziell das Interview als Recherchemittel muss zum Einsatz kommen. Man greift zum Hörer und holt sich weitere Informationen bei Ämtern, Pressestellen, Experten, Betroffenen, Augenzeugen, etc.
    Im Laufe der Recherche wird sich zeigen, was dran ist an einer Sache, ob es widersprüchliche Informationen gibt, oder vielleicht noch nicht beachtete Details.
  • Was von den Informationen brauche ich für eine Darstellung?
    Der nächste Schritt ist, die gesammelten Informationen zu sortieren und zu prüfen, ob sie eindeutig sind und ob auf sie bedenkenlos verwiesen werden kann.
  • Was brauche ich noch?
    Will man mit dem gesammelten Material nun beispielsweise einen Beitrag mit O-Ton machen, gilt es nun, sich zu überlegen, was könnte man an Material noch hinzuziehen, das für sich selbst spricht. Hierfür kann man Statistiken anführen, Experten interviewen bzw. zitieren oder auch Betroffene zu Wort kommen lassen.

Grundsätzlich gilt: Recherche von außen nach innen ! Man beginnt mit dem Allgemeinen und endet im Besonderen. Sich an den klassischen W-Fragen zu orientieren, ist dabei dienlich: Wer? Was? Wann? Weiter nach innen führen Fragen nach dem Warum? oder Wie?

Um komplexe Sachverhalte nicht einseitig zu verkürzen, gelten gewisse journalistische Mindestanforderungen bzw. Qualitätsstandards, die eine ausgewogene Berichterstattung sichern sollen. Diese sind – zumindest im Idealfall – folgende:

  • Ausgewogenheit der Quellen
  • Unterschiedliche Blickpunkte kommen zur Geltung
  • Jede Information in der Berichterstattung sollte durch eigene Recherche abgesichert sein
  • Sind Fakten nicht 100-prozentig abgesichert, muss der Hörer darauf hingewiesen werden.

Literatur:

  • Haller, Michael: Recherchieren. Band 7 der Reihe Praktischer Journalismus 8. Auflage. UVK-Verlagsgesellschaft. Konstanz 2008.
  • Antje Schwarzmeier: Handout: Kritisch nachgefragt – von der Themensuche über die Recherche zur Nachricht. In: Radio CORAX [Hrsg.]: INTERAUDIO − Grundkurs Radio in 5 Sprachen. online auf: http://interaudio.org/mos/interaudiodoc/handout/Handouts%20%28deutsch%29/Recherche%20und%20Nachricht.pdf [Stand: Mai 2011].

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